Villa Cargnacco
Home Vor dem Eingang

1 Vestibolo
Das Vestibül


2 Stanza del Mascheraio
Zimmer des Maskenträgers

3 Stanza della Musica
Musikzimmer


4 Stanza del Mappamondo
Zimmer der Weltkugel


5 Zambracca
Sterbezimmer


6 Veranda dell'Apollino
Apollinische Veranda


7 Stanza della Leda
Zimmer des Gefangenen


8 Bagno blu
Blaues Badezimmer


9 Hausapotheke

10 Stanza del Lebroso
Zimmer des Aussätzigen


11 Corridoio della Via Kreuzgang

12 Stanza delle Reliquie
Reliquienzimmer


13 Oratorio Dalmata
Warteraum


14 Scrittoio del Monco
Schreibzimmer des Verstümmelten

15 Officina
Die Werkstatt


16 Corridoio del labirinto
Bibliothek


17 Stanza della Cheli
Speisesaal


18 Cucina
Küche
Villa Cargnacco
Kritiken 7 Termine

Führerin: "Das dalmatische Oratorium. Der Wartesaal für die Freunde, es ist eingerichtet wie einer Sakristei. An der Decke, der Propeller des Wasserflugzeugs mit dem Francesco de Pinedo, in 1925, den fünfundfünfzigtausend Kilometer langen Etappenflug von Sesto Calende über Melbourne bis nach Tokio unternahm."

Führer: "Das Wartezimmer für die Intimen."

Joseph Conrad: "In dem verhassten Putz Europas gekleidet, stand die junge Konvertitin mit einem unbekannten, verdrossenen Weißen vor dem Altar. Da man ihr ungeschickterweise schon früh den Einblick in bessere Lebensverhältnisse gewährt, sie dann aber in den Sumpf hoffnungsloser, von starken, unbeherrschten Leidenschaften erfüllter Barbarei zurückgestoßen hatte, war ihr jegliches Unterscheidungsvermögen abhanden gekommen.
Und wenn sie den Schilderungen von barbarischer Kraft, von wilden Kämpfen und wüsten Festen lauschte, von kühnen, wenn auch blutigen Taten hörte, fühlte sie sich dadurch unwiderstehlich angezogen und bemerkte mit deutlichem Staunen, wie der dürftige Mantel zivilisierter Moral, mit dem wohlmeinende Leute ihre junge Seele bekleidet hatten, abfiel und sie fröstelnd und hilflos, gleichsam am Rande eines tiefen und unbekannten Abgrundes zurückließ.
Während sie die Möbelstücke verbrannte und in ihrer unsinnigen Wut auf diese Zeichen der Zivilisation die hübschen Vorhänge herunterriß, überlegte er, von diesen Ausbrüchen einer ungezähmten Natur eingeschüchtert, stumm, wie er sich ihrer am besten entledigen könne. Es gibt Situationen, in denen sich der barbarische und der sogenannte zivilisierte Mensch auf der gleichen Ebene begegnen. Mit lässiger Handbewegung schien sie auf seine schwächliche Scheu vor übereiltem Blutvergießen schwärzeste Verachtung zu häufen.
Es war die Ruhe der Wüste, in der Frieden herrscht, nur weil kein Leben darin ist. "Was ist geschehen", murmelte er halblaut vor sich hin und schlurfte in seinen nur übergestreiften Pantoffeln zum Geländer der Veranda. "Sind denn alle Leute tot?"
Er riß den Schleier weg und blickte auf die formlose Masse von Fleisch, Haar und trockenem Schlamm, an deren Stelle das Gesicht des ertrunkenen Mannes hätte sein sollen. "Jetzt ist alles vorbei. Er ist tot."
Sie war bei Bewusstsein, und im tiefen Frieden, der auf den Tumult der Schlacht folgte, sah sie zu, wie alle jene, die sie in der ihr eigenen barbarischen Weise auf Erden geliebt hatte, in einer großen, lodernden und qualmenden Feuersbrunst in die Dunkelheit hinaustrieben. "

 
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Heinz Emigholz
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