Villa Cargnacco
Home Vor dem Eingang

1 Vestibolo
Das Vestibül


2 Stanza del Mascheraio
Zimmer des Maskenträgers


3 Stanza della Musica
Musikzimmer


4 Stanza del Mappamondo
Zimmer der Weltkugel


5 Zambracca
Sterbezimmer


6 Veranda dell'Apollino
Apollinische Veranda


7 Stanza della Leda
Zimmer des Gefangenen


8 Bagno blu
Blaues Badezimmer


9 Hausapotheke

10 Stanza del Lebroso
Zimmer des Aussätzigen


11 Corridoio della Via Kreuzgang

12 Stanza delle Reliquie
Reliquienzimmer


13 Oratorio Dalmata
Warteraum


14 Scrittoio del Monco
Schreibzimmer des Verstümmelten

15 Officina
Die Werkstatt


16 Corridoio del labirinto
Bibliothek


17 Stanza della Cheli
Speisesaal


18 Cucina
Küche
Villa Cargnacco
Kritiken 7 Termine

Führerin: "Das Zimmer des Maskenträgers. Das Zimmer erhielt seinen Namen von den Versen, die man links über dem Spiegel liest, geschrieben von d'Annunzio, anlässlich eines Besuches von Benito Mussolini im Mai Neunzehnhundertfünfundzwanzig: 'Dem Besucher: Trägst du den Spiegel des Narziss bei dir? Dieses ist verbleites Glas, oh Maskenträger. Passe deine Maske deinem Gesicht an. Aber denke daran, dass du Glas bist gegen Stahl.' In den Ecken finden wir ein Grammophon und ein Radio."

Mussolini: "Wir Faschisten haben keine vorgefaßte Meinung, unsere Doktrin ist die Tat."

D'Annunzio: "Ich weiß, dass Du dabei bist, den Strolch Adolf Hitler selbstbewußt zurückzuweisen, diesen Mann mit seinem verschwiemelten Pöbelsgesicht unter dieser nicht mehr abwaschbaren Tünche von Kalk und Leim, in die er den Pinsel eingetaucht hatte, nein, sagen wir die Quaste, dort oben am Stielende, an der Rute, die ihm, dem grausamen Bajazzo, zum Zepter dient. Ihm reicht die Pinsellocke bis hinab zur Wurzel seiner Nazi-Nase."

Führer: "Ein Gespräch unter drei Augen, wie d'Annunzio über seine Behinderung zu scherzen liebte. Unter anderem sind hier Platten mit Jazzmusik, Foxtrott und Rhumba erhalten. Am meisten geliebt wurden die Lieder von Josephine Baker."

Flüsterer: "Kulturprediger, Vorreiter, Dichter, Ästhet, Sammler, Genießer, Verkünder von Bric-à-brac, Junk, archaische Sprache, sado-erotische Symbolik, liturgisches Vokabular. Staatskunst, Staatsfernsehen, Stipendien, Eliten, Kulissenschieberei, symbolistisches Theater, Inzest, reine Männer, selbsternannte Popstars, Gallionsfiguren, unreine Frauen, Reliquien, Requisiten, Souvenirs, Sinnsprüche, Teppiche, Tapeten, bemalte Scheiben, abgetöntes Licht, proklamierte Sehnsucht, Vorausahnungen, Erweckungen, Repräsentationen, Ekel am Wort, Manierismus der Tat, Gier nach Gesten, Ritualen und Attitüden, automatisches Erinnern, wütendster Tatendrang, bestialische Wildheit, Schlummern, Reiz, Potenz, Überlegenheit, Geschwindigkeit, Schwermut, Verstümmelung, Krankheit, Verwirrung, Zerstörung, Opulenz, Aberglaube, Fetischismus, Stärke, Eroberung, Aggressivität, Todeskult, unaufhaltsame Märsche, die Ankunft, der Duft des Lorbeers, das brennende Delirium, die Krieger, das wahre Feuer, die Rede, die gierigen Gesichter, die Rasse aus Flamme, die Chöre, offene Lippen, Blumen, Lorbeer, Dolche nackt in der Faust, Rufe, Lauf der Kohorte, Dolche hoch, Fleisch auf Holzglut gebraten, auflodernde Flamme im Gesicht, Delirium des Mutes, Rom, das Ziel. Phantasmen, Bilder, Mythen, Kampf mit den Musen, Kokain, Laudanum, Wutausbrüche, Verfolgungswahn, hohes Fieber und Schnupfen, Begeisterung, Überdruß.

 
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